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Theorie-orientierte Untersuchungen der Verfassungsreform Der vorliegende Band des Jahrbuchs
für Handlungs- und Entscheidungstheorie widmet sich schwerpunktmäßig
dem Thema der Verfassungsreform. Vier Beiträge beschäftigen
sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Frage, welche
allgemeinen Erklärungsansätze den graduellen Wandel
und die explizie Änderung konstitutionell verankerter Institutionen
beleuchten können. Dabei werden neben der vergleichenden
Analyse von Verfassungsänderungen in der Welt einzelne Reformen
in Deutschland, der Schweiz und Frankreich behandelt. Außerhalb
des Rahmens, den der Schwerpunkt setzt, beschäftigen sich
weitere Beiträge mit der Entstehung von Präferenzen,
der Rationalität von Selbstmordattentätern und der
Handlungsmotivation von politischen Akteuren in Koalitions- und
Gesetzgebungsprozessen.
Aktuelle Fragen des Wählerverhaltens und des Parteienwettbewerbs Handlungs- und Entscheidungstheorien
stellen das weltweit gesehen derzeit wichtigste sozialwissenschaftliche
Erklärungsprogramm
dar. Das Jahrbuch zeigt an ausgewählten Themenfeldern, wie
individualistische Handlungstheorien fruchtbar zur Erklärung
sozialer Phänomene eingesetzt werden können. Der Schwerpunkt
des vierten Bandes liegt bei Fragen des Wählerverhaltens,
des Parteienwettbewerbs und insbesondere der Wechselwirkungen zwischen
beiden Bereichen. Darüber hinaus enthält der Band Artikel,
die sich mit dem originären Beitrag, aber auch mit den Grenzen
handlungs- und entscheidungstheoretischer Analysen auseinandersetzen.
Die Beiträge vermitteln ein umfassendes Bild neuester Entwicklungen
in der entscheidungstheoretisch fundierten, empirisch ausgerichteten
Wahl-, Parteien- und vergleichend-politikwissenschaftlichen Forschung.
Der
Autor untersucht am Beispiel der Meeresbodenbehörde, wie in internationalen Verhandlungssystemen
mit einer Vielzahl von Staaten und im Spannungsfeld divergierender
Interessen Vereinbarungen über die
Einrichtung internationaler Institutionen erzielt werden können. Mit der empirischen
Auswertung der Territorialkonflikte von 180 Staaten und der Darstellung potentieller
Teilkonflikte zeichnet er ein realistisches Bild einer komplexen, multilateralen
Verhandlungssituation. Thomas Bräuninger, Dr. phil., ist Stipendiat der Fritz Thyssen Stiftung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für internationale vergleichende Politik der Universität Konstanz.
last modified: 2009-03-17 tb |